Warum muss ein aktiver Aktienfonds mindestens 1,5 % p.a. besser als ein ETF abschneiden?

In den letzten Jahren sind passiv verwaltete Fonds (ETFs) zu einer größeren Konkurrenz für aktiv verwaltete Fonds geworden. Dies belegt der kontinuierliche Mittelzufluss in ETFs, wodurch aktiven Fonds Geschäft verloren geht. Die wesentlichen Vor- und Nachteile von ETFs lesen Sie hier. Auf der anderen Seite gibt es einige aktiv verwaltete Fonds, die über viele Jahre eine überzeugende Rendite erzielt und den ein oder anderen ETF hinter sich gelassen haben. Wie schwierig eine Outperformance aktiver Fonds gegenüber ETFs über viele Jahre jedoch ist, soll anhand eines Vergleichs der jährlichen Verwaltungskosten aufgezeigt werden.

Ein grundlegender Vorteil eines ETFs besteht in den geringen regelmäßig anfallenden Kosten. So werden in vielen Fällen jährlich nur bis zu 0,1 Prozent des verwalteten Vermögens als Kosten einbehalten. Aktive Fonds schlagen in dieser Hinsicht deutlicher zu und verlangen je nach Anlageklasse bis zu 2,5 Prozent des Fondsvolumens. Insbesondere bei Aktienfonds sind Verwaltungskosten unter 1,5 Prozent selten zu finden. Verwaltungskosten sind insofern erforderlich, da sie gewisse interne Kosten der Fondsgesellschaft wie z.B. Gehalt des Fondsmanagers, Provision für einen Vermittler oder Kosten eines IT-Systems decken müssen.

Der Unterschied in den Verwaltungskosten zwischen einem aktiven Aktienfonds und einem ETF scheint auf den ersten Blick nicht dramatisch. Bei längerfristiger Betrachtung zeigen sich jedoch deutliche Differenzen in der Vermögensentwicklung auf, sofern beide Anlageinstrumente die gleiche Rendite vor Kosten erzielen. Denn Kosten schmälern in letzter Konsequenz die Gesamtrendite einer Kapitalanlage.

Um den Einfluss der unterschiedlichen Verwaltungskosten auf die langfristige Wertentwicklung aufzuzeigen, wird eine Einmalanlage von 50.000 Euro in einen aktiven Aktienfonds und einen ETF über einen Anlagezeitraum von 35 Jahren betrachtet. In beiden Fällen wird unterstellt, dass der aktive Fonds und der ETF eine Rendite vor Kosten von 8 Prozent p.a. im Durchschnitt erzielen. Die Verwaltungskosten stellen sich wie folgt dar:

– Verwaltungskosten des ETFs: 0,1 Prozent p.a.
– Verwaltungskosten des aktiven Fonds: 1,5 Prozent p.a

Verwaltungskosten ETF

Obwohl ein Renditeunterschied von 1,5 Prozent pro Jahr infolge von Verwaltungskosten nicht viel erscheint, spiegelt sich dieser in einem Vermögensunterschied von rund 263.000 nach 35 Jahren Haltedauer wider. Anders ausgedrückt müsste ein aktiv verwalteter Fonds im Durchschnitt eine um 1,5 Prozent höhere Rendite pro Jahr als der vergleichbare ETF erzielen, um den negativen Kosteneffekt zu kompensieren. Auf lange Sicht stellt dies eine Herausforderung dar. Manche aktive Fonds sind dazu über viele Jahre in der Lage, dennoch muss ein Anleger genau hinschauen, um am Ende nicht einen Fondsmanager zu bezahlen, der sein Geld nicht wert ist.