Warum haben Crash-Propheten zunehmend Hochkonjunktur?

In Zeiten des seit Jahren anhaltenden Börsenaufschwungs profitieren viele Marktteilnehmer gleichsam: Privatanleger, Fondsmanager, Banken oder auch Unternehmen selbst. Es gibt kaum Wolken am blauen Himmel, wenn es da nicht eine weitere Gruppe gäbe, die zunehmend Gehör findet. Es handelt sich dabei um die Gruppe der Crash-Propheten, die verstärkt zu Wort kommt und den Zeigefinger hebt. Interessanterweise nehmen die Vorhersagen hinsichtlich eines Crashs immer dann zu, wenn die Aktienmärkte gut laufen. Die meisten haben die Kursrally der letzten Jahre verpasst und trauen dem Aufschwung nicht. Entsprechend lassen sich nicht investierte Anleger in ihrer Meinung bestärken, dass ihre Skepsis berechtigt ist.

Natürlich steigt die Wahrscheinlichkeit mit jedem Jahr der Kursanstiege und Renditen. Das Problem ist, dass es keinen Menschen gibt, der genau vorhersagen kann, wann der nächste Crash kommt. Gemäß des Gesetzes der großen Zahlen wird irgendjemand Recht haben, wenn es in den nächsten Jahren einen stärkeren Rücksetzer geben wird. Aber wird die gleiche Person dann auch wieder den nächsten Crash korrekt vorhersagen? Wohl eher nicht! Die angeblich seherischen Fähigkeiten sind häufig Produkt des blanken Zufalls, da jeden Tag zig Profis Markteinschätzungen abgeben. Duplizieren können das die Experten auf Dauer aber nicht.

Was bringen dem investierten Anleger also die Aussagen vieler selbst ernannter Crash-Propheten? Soll der Anleger jetzt alles wieder verkaufen? Wann ist dann der Tiefpunkt? Alles Spekulationen, die keine Rendite bringen. Zudem haben die meisten seit Jahren investierten Anleger so viel Rendite erzielt, dass sie selbst einen größeren Rücksetzer gut aushalten würden. Langfristig zählt daher nicht die Spekulation auf den nächsten Crash, sondern sich an erstklassigen Unternehmen zu beteiligen, die auch noch in 10 Jahren existieren und dann mit hoher Wahrscheinlichkeit wesentlich höher stehen als heute.