Statistisch wird der DAX nicht mehr signifikant unter die 10.000 Punkte fallen

Prognosen bezüglich zukünftiger Indexstände gleichen in den meisten Fällen dem Blick in die Glaskugel. Sie entbehren in der Regel jeglicher Grundlage, da kein Mensch die Zukunft vorhersehen kann. Vergleicht man im nachhinein die Prognosen vieler Experten mit den tatsächlich eingetretenen Indexständen, so scheinen Wettervorhersagen um einiges zuverlässiger zu sein. Denn regelmäßig liegen die Indexprognosen weit von den tatsächlichen Indexständen entfernt. Ein Anleger sollte daher wenig auf die Aussage eines Experten geben, wo z.B. der DAX Ende des Jahres stehen wird. Dieser so genannte Experte weiß es schlichtweg nicht. Wenn jemand doch richtig liegt, handelt es sich um reines Glück.

Nachfolgend wird daher auch keine Indexprognose aufgestellt, sondern lediglich auf Basis statistischer Auswertungen argumentiert, warum der DAX nicht mehr deutlich unter die 10.000 Punkte fallen sollte. Betrachtet man die DAX-Entwicklung der letzten 50 Jahre, so lassen sich über einen derartig langen Zeitraum interessante Erkenntnisse ableiten. Egal wann ein Anleger in den letzten 50 Jahren in den DAX eingestiegen ist, erzielte er über eine Haltedauer von 15 Jahren mindestens eine Jahresrendite von 2,5 Prozent (nebenbei sei bemerkt, dass die höchste Rendite bei einer Haltedauer von 15 Jahren bei über 11 Prozent pro Jahr lag). Nimmt man nun den DAX-Stand des Jahres 2000, lag dieser bei rund 7.000 Punkten. Unterstellt man die schlechteste 15-Jahresrendite des DAX in den letzten 50 Jahren von 2,5 Prozent, so erhält man auf das Jahr 2015 hochgerechnet einen Indexstand von etwas über 10.000 Punkten. Würde der DAX hierunter in den nächsten Jahren fallen, so würde er die Statistik der letzten 50 Jahre auf den Kopf stellen. Unabhängig von der Statistik sollte ein DAX-Stand von 10.000 Punkten auch fundamental durch die Gewinnentwicklung der Unternehmen gerechtfertigt sein. Auch wenn ein Langfristanleger nicht auf kurzfristige Indexstände zu sehr schielen sollte, gibt ein maximales Rückschlagpotenzial beim DAX von 10-15 Prozent verglichen mit dem aktuellen Indexstand zumindest auf statistischer Basis eine gewisse Sicherheit. Betrachtet man die langfristig zu erwartende Durchschnittsrendite von 8 Prozent pro Jahr, überlagern die Chancen damit eindeutig die Risiken.