Wann ist der optimale Einstiegszeitpunkt?

Viele Menschen in Deutschland bunkern ihr Geld weiterhin auf Festgeldkonten oder in anderen Anlagen mit niedriger Verzinsung. Auf der anderen Seite sind sich mehr Menschen mittlerweile bewusst, dass vielleicht doch ein bestimmter Vermögensanteil in Kapitalmärkte fließen soll, um das eigene Geld nicht weiter zu entwerten. Fasst ein Anleger diesen Entschluss, stellt er sich jedoch sofort die nächsten Fragen:

– Kann ich jetzt noch einsteigen?
– Ist der DAX nach dem Anstieg über die 12.000 Punkte nicht zu stark gestiegen?
– Beginnt nach dem Rücksetzer von 1.000 Punkten nicht vielleicht jetzt die Korrektur oder sogar ein Crash?

Fragen über Fragen, die keinem Anleger 100% beantwortet werden können, weil kein Mensch weiß, in welche Richtung sich die Kurse kurzfristig entwickeln werden. Natürlich sind Rückschläge nie auszuschließen und sie gehören zu einer Börse auch dazu. Grundsätzlich wäre es daher eine clevere Idee, erst nach einer größeren Korrektur zu kaufen. Nur wann kommt diese Korrektur genau? Vielen Anlegern war der DAX bereits bei 9.000 Punkten, dann bei 10.000 Punkten und danach bei 11.000 Punkten zu hoch. Und mittlerweile stand er sogar über 12.000 Punkten. Wer also sehnsüchtig auf eine Korrektur gewartet hat, wurde diesbezüglich „enttäuscht“. So wird der Wartende am Ende wohl doch teurer kaufen als wenn er gleich eingestiegen wäre. Aber selbst wenn eine größere Korrektur kommen sollte, wird der unentschlossene Anleger möglicherweise nicht dabei sein. Denn ist die Nachrichtenlage auf einmal sehr schlecht, dann macht der Einstieg scheinbar auch wieder keinen Sinn, da die Kurse noch weiter fallen können. Es spricht demnach immer etwas gegen den Kauf von Aktien. Manchmal sind den Anlegern die Kurse zu hoch, ein anderes Mal sind sie zwar tief, aber die Nachrichten sind ihnen zu schlecht. Und wenn das nicht der Fall ist, finden die Anleger ausreichend andere Hindernisse: Epidemien, Terror, Pleiteländer, Wahlen, steigende Zinsen …

Der Anleger sollte sich daher nicht von Punkteständen und Kursen zu sehr ablenken lassen. So ist es ab und zu ratsam, gewisse politische und ökonomische Vorhersagen auch gerne einmal zu ignorieren. Natürlich wird es auch wieder Rückschläge an der Börse geben. Diese vorherzusagen, wird aber auf Dauer nicht klappen und kostet wertvolle Zeit. Ein breit gestreutes Portfolio mit qualitativ hochwertigen Wachstumswerten oder ETFs in verschiedenen Branchen und Regionen wird langfristig zum Erfolg führen und kann einen Anleger selbst in etwas raueren Börsenzeiten gelassen machen. Der Anleger sollte daher gar nicht erst den Versuch starten, mit Timing der Börse ein Schnippchen zu schlagen und den optimalen Einstiegszeitpunkt zu finden. Kurzum: Der Anleger sollte langfristig denken, denn der langfristige Börsenerfolg steht und fällt nicht mit dem kurzfristigen Auf und Ab der Kurse.