Sind Währungsspekulationen für einen Privatanleger zu empfehlen?

Seit einigen Monaten kennt der Euro eigentlich nur eine Richtung – die nach unten! Sein Außenwert gegenüber anderen Währungen ist zum Teil erheblich gesunken. Dies trifft nicht nur auf das Verhältnis gegenüber dem US-Dollar zu, sondern auch gegenüber vielen anderen Währungen, wie z.B. dem japanischen Yen, dem englischen Pfund oder dem schweizerischen Franken. Hauptgrund für diese Entwicklungen ist in der Geldpolitik der EZB und den damit im Vergleich zu anderen Ländern sehr niedrigen Zinsen zu sehen.

So ist es nicht verwunderlich, dass Privatanleger schnell auf den Gedanken kommen können, auf einen möglicherweise weiterhin schwachen Euro zu setzen und durch entsprechende Instrumente direkt zu profitieren. Währungsspekulationen sind im Allgemeinen allerdings als hochriskant zu sehen und nicht selten verlieren Anleger dabei viel Geld. Der Devisenmarkt als der größte Finanzmarkt wird tagtäglich durch viel Geld und viel Spekulation in die ein oder andere Richtung bewegt. Hier kann man sehr schnell auf dem falschen Fuß erwischt werden. Timing-Aspekte sind hier sehr schwierig und für den Privatanleger ein reines Glücksspiel. Zudem hat diese Form des Investierens nichts mit einer soliden langfristigen Geldanlage zu tun. Langfristig sollte dem Wechselkurs des Euros ohnehin eine nicht allzu große Bedeutung beigemessen werden.

Möchte ein Anleger dennoch von einem schwachen Euro profitieren, dann kann er dies vor allem über zwei Wege tun. Zum einen kann er sich an exportorientierten Unternehmen aus Europa beteiligen, die von einem schwachen Euro profitieren. Da insbesondere Deutschland ein exportorientiertes Land darstellt, ist z.B. der Kauf eines DAX-ETFs sicherlich eine mögliche Variante. Ein Grund des starken Anstiegs des DAX zu Beginn des Jahres ist unter anderem im schwachen Euro zu sehen. Zum anderen kann ein Anleger durch den Kauf von Unternehmen in denjenigen Ländern profitieren, in denen die eigenen Währungen gegenüber dem Euro aufwerteten. So wie zum Beispiel in den USA. Zwar belastet ein stärkerer US-Dollar teilweise die Gewinne der US-Firmen. Auf der anderen Seite profitiert der Anleger von Währungsgewinnen, wenn die an der Heimatbörse in US-Dollar gehandelte Aktie mehr Euro wert ist. Darüber hinaus ist bei soliden US-Wachstumswerten davon auszugehen, dass auch der Aktienkurs in US-Dollar früher oder später an Wert zulegt. Es gibt also Möglichkeiten, von einem schwächeren Euro zu profitieren, allerdings sollte der Kauf einer Aktie nie unter Währungsgesichtspunkten erfolgen, sondern vielmehr auf Basis der erwarteten Gewinn- und Umsatzentwicklung der nächsten Jahre.