Panik an den Märkten – wie Computer den Abwärtstrend beschleunigen

Das ist also auch die Börse! Nachdem es seit vier Jahren quasi ohne größere Korrekturen nur nach oben ging, kracht es nun in den vergangenen zwei Wochen ganz ordentlich an den Kapitalmärkten. Viele Anleger haben möglicherweise vergessen, dass Aktien auch fallen können, was die Nervosität spürbar erhöht. Es zeigt sich in der momentanen Situation sehr deutlich, dass sich Kursanstiege in der Regel langsam und stetig aufbauen, Korrekturen sich jedoch in kurzer Zeit vollziehen können. So verlor der DAX alleine in der vergangenen Woche mehr als 1.000 Punkte oder 10 Prozent. Dies stellt den größten Wochenverlust seit dem Jahr 2011 dar. Einen ähnlich hohen Punkteverlust hat der Dow Jones in den letzten Tagen vollzogen. Dramatisch zeigte sich die Situation am 24. August 2015, als der Dow Jones in den ersten Handelsminuten um über 1.000 Punkte eingebrochen war (siehe Chart).

Panik im Dow Jones

Verantwortlich für den großen Einbruch im amerikanischen Leitindex ist zum einen die kurzfristig aufkommende Panik vieler Marktteilnehmer. Viele Stop-Loss-Order wurden auf einmal ausgelöst und führten zu einem beschleunigten Abwärtstrend. Zum anderen werden solche Kursturbulenzen in der heutigen Zeit auch durch Computer zusätzlich verstärkt, die auf Basis von Algorithmen handeln und in solchen Marktphasen „verrückt“ spielen können. Es ist nicht das erste Mal, dass durch Computerhandel die Börsen erhöhte Schwankungen zeigen. Waren Tagesschwankungen von fünf Prozent vor vielen Jahren nahezu undenkbar, treten sie heutzutage nicht selten auf.

Dem durchschnittlichen Anleger kann es bei derartigen Kursschwankungen schon einmal bange werden, wenn seine sicher geglaubten Buchgewinne dahin schmelzen. Da mag der ein oder andere denken, dass er doch vor ein paar Monaten alles verkauft hätte und nun wieder günstiger eingestiegen wäre. Es ist jedoch systematisch einfach nicht möglich, diese Korrekturen vorherzusehen und der Börse damit ein Schnippchen zu schlagen. Zwar werden nun vor allem in diesen Tagen wieder viele Experten ihre Prognosen bezüglich der kurzfristigen Kursentwicklung abgeben. Hellseher gibt es aber nicht und es weiß niemand wie weit die Korrektur noch geht.

Daher sollte sich der Anleger in diesen Tagen besonnen verhalten und möglicherweise die niedrigeren Kurse bereits zum Einstieg nutzen. Entweder über passive Anlagestrategien mittels Indexfonds (ETFs) oder über Qualitätsunternehmen, die in eine langfristige Dividendenstrategie und Wachstumsstrategie passen. Natürlich können die Indizes gerade im saisonal schwachen Börsenmonat September auch noch weiter fallen, aber der Anleger sollte sich vor Augen halten, dass er den Tiefpunkt nicht erwischen wird. Wenn einmal der Boden an den Börsen gefunden ist, kann sich eine Erholung sehr schnell vollziehen. Um die Angst vor dem Einstieg zu nehmen, kann möglicherweise auch die Aufteilung der Anlagesumme in mehrere Teilkäufe helfen.