Dividenden

Aktiengesellschaften können ihren Jahresgewinn entweder einbehalten (= thesaurieren) oder aber zumindest teilweise an ihre Aktionäre ausschütten. Dividenden bezeichnen den Teil des Jahresgewinns, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Auf der Hauptversammlung wird darüber entschieden, wie hoch die Ausschüttung für das vergangene Geschäftsjahr ausfällt. Zwar kann eine Gesellschaft kurzfristig auch aus ihrer Substanz – damit sind Gewinne vergangener Geschäftsjahre gemeint – ausschütten, jedoch sind langfristig steigende Dividenden an zukünftige Gewinnerhöhungen gekoppelt.

Ein Blick auf die 30 DAX-Werte zeigt, dass die Dividendenausschüttungen in den letzten Jahren kontinuierlich zunahmen und nur zwischenzeitlich bedingt durch die Finanzkrise einen Rückgang zu verzeichnen hatten. Für das Geschäftsjahr 2015 wird bei den DAX-Unternehmen mit einer Gesamtausschüttung von knapp 30 Mrd. € gerechnet.

Dividenden DAX

Lange Zeit wurde der Dividende wenig Beachtung geschenkt. Gerade um die Jahrtausendwende fokussierten viele Anleger hauptsächlich auf mögliche Kurssteigerungen als Renditebringer. Mehr und mehr wird allerdings deutlich, dass Dividenden ein wesentlicher Bestandteil der Rendite einer Aktienanlage sein können, wodurch die Dividendenstrategie vermehrt in den Fokus von Anlegern gerät.

Die Dividendenrendite ist das Verhältnis von Dividende je Aktie und Aktienkurs, vereinfacht ausgedrückt eine Art Verzinsung auf den gezahlten Aktienkurs. Die durchschnittliche Dividendenrendite im DAX wird für das Jahr 2015 auf etwa 2,5% geschätzt. Alleine dieser Teil der Anlagerendite übertrifft im Moment in den meisten Fällen die Rendite alternativer Anlageformen. Die Bandbreite der Dividendenrenditen bei den DAX-Unternehmen ist recht groß. Während die Versicherer und Energieversorger eine hohe Dividendenrendite aufweisen, schüttet die Deutsche Bank für das Jahr 2015 keine Dividende an ihre Anteilseigner aus (siehe Abbildung).

Dividendenrenditen DAX

Von großer Bedeutung ist die Kontinuität und Nachhaltigkeit der Dividendenzahlungen. Bekannte internationale Unternehmensbeispiele, die seit rund 100 Jahren ihren Aktionären kontinuierlich eine Dividende bezahlen, sind Procter & Gamble, Colgate-Palmolive, IBM, Coca-Cola, Roche oder Nestlé. Diese hohe Zuverlässigkeit spricht für eine starke Ertragskraft dieser Firmen.

Natürlich sind vergangene Zahlungen kein Garant für zukünftige Zahlungen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass diese Firmen auch weiterhin Dividenden ausschütten, ist sehr hoch. Auch die BASF AG stellt eine klassische „Dividendenaktie“ dar, die seit 60 Jahren ununterbrochen eine Ausschüttung leistet. Die folgende Grafik zeigt zudem, dass das Unternehmen in den letzten 10 Jahren nahezu ausnahmslos jedes Jahr die Dividende trotz zahlreicher volkswirtschaftlicher Krisen steigern konnte.

Dividende BASF

Lag die Dividende für das Geschäftsjahr 2005 noch bei 1,00 € je Aktie, betrug sie für das Geschäftsjahr 2014 bereits 2,80 € je Aktie. Dies entspricht einer jährlichen Dividendensteigerung von durchschnittlich 12,1 Prozent. Da sich die gesamte Rendite eines Anlegers aus Kursveränderung und Dividende ergibt, soll nicht unerwähnt bleiben, dass der Anleger mit der BASF-Aktie über den 10-jährigen Zeitraum hinweg (trotz Finanz- und Schuldenkrise) zusätzlich zur jährlichen Dividendenrendite zwischen 3 und 4 Prozent noch eine durchschnittliche Kurssteigerung von etwa 9 Prozent pro Jahr erzielen konnte. Das Beispiel der BASF AG stellt kein Einzelfall dar, denn es gibt zahlreiche Unternehmen, die über einen langen Zeitraum ihre Gewinne und somit auch Dividenden steigern konnten.

Dividenden stellen somit einen wichtigen Anteil an der Gesamtrendite einer Aktienanlage dar. Im Gegensatz zum Festgeldkonto sind Ausschüttungen zwar nicht sicher und können auch Schwankungen unterliegen. Ein Anleger hat als Eigenkapitalgeber auch keinen rechtlichen Anspruch darauf. Trotz dieser kurzfristigen Risiken zeigt sich empirisch jedoch, dass Qualitätsunternehmen mit hoher Ertragskraft selbst nach Krisenjahren ihre Dividenden erhöhen konnten und dem Anleger somit einen langfristig interessanten Einkommensstrom generieren. Lesen Sie hier mehr zur Dividendenstrategie.