Jahresendstand des DAX: Diese Experten müssen es doch wissen, oder?

Das von hohen Kursschwankungen gekennzeichnete Börsenjahr 2016 neigt sich langsam, aber sicher dem Ende zu. Es wird nicht mehr lange dauern, da wird auch wieder das Wort „Jahresendrally“ unter vielen „Experten“ diskutiert. Lesen Sie hier mehr dazu, was es mit diesem Begriff auf sich hat. Aber auch für eine ganz andere Frage wird es mittlerweile allerhöchste Zeit: Wo steht der DAX am Jahresende?

Da es sich um „Experten“ handelt, sollte man denken, dass gerade diese den Endstand doch sehr gut prophezeien müssten. Natürlich muss man zugute halten, dass Prognosen immer unter Unsicherheit getroffen werden und nicht eintreten müssen. Was ein Anleger jedoch von der Qualität dieser Prognosen zu halten hat, wird anhand der Bandbreite der Schätzungen deutlich.

Von 9.350 bis 11.100 ist alles dabei

Aktuell steht der DAX bei rund 10.700 Punkten (21.10.2016). Laut Prognoseschätzungen verschiedener Banken wird der DAX am Jahresende in einer Bandbreite von fast 2.000 Indexpunkten liegen. Im Folgenden werden ein paar ausgewählte Prognosen aufgeführt (Quelle: Handelsblatt.de):

  • Deutsche Bank: 9.350 Punkte
  • UniCredit: 10.000 Punkte
  • JP Morgan: 10.200 Punkte
  • Baader Bank: 10.500 Punkte
  • Bayern LB: 10.600 Punkte
  • ING: 10.700 Punkte
  • Commerzbank: 11.000 Punkte
  • Societé Generale: 11.100 Punkte

Welchen Wert haben Prognosen? 

Der Nutzen dieser Expertenschätzungen geht für einen Anleger aufgrund der großen Bandbreite folglich gegen null. Zwar wird irgendeine Bank infolge der Vielzahl an Schätzungen recht nahe am tatsächlichen Endstand liegen. Auf der anderen Seite wird ein Großteil komplett daneben liegen. Das richtige Ergebnis einer Bank ist daher eher mit Glück als mit Verstand in einen Zusammenhang zu bringen. Wird diese Bank dann auch nächstes Jahr wieder richtig liegen?

Was für Jahresendprognosen gilt, ist auf sämtliche andere kurzfristige Prognosen zu übertragen. Seien es Kursziele für eine Aktie in sechs Monaten oder Schätzungen, wann der Euro die Parität gegenüber dem US-Dollar erreicht. Sie können von einem Anleger getrost ignoriert werden und liefern kaum einen Mehrwert. Die Börse ist nicht vorhersehbar und kein Mensch besitzt eine Glaskugel.

Eine Prognose für den Langfristanleger 

Kurzfristige Kursprognosen sollten eher mit einer gehörigen Portion Humor als mit Ernsthaftigkeit aufgefasst werden. Sie sind reine Spekulation und mit einer Wette vergleichbar. Wetten gehören jedoch ins Wettbüro und nicht in die Welt eines langfristig orientierten Anlegers. Überlegen Sie sich daher lieber, ob Sie mit Ihren börsenbegeisterten Kollegen ein Tippspiel einrichten, wo der DAX jeweils am Ende eines Monats steht. Dieses könnte das Tippspiel der Fußball-Bundesliga dann durchaus ersetzen.

Eine Prognose soll an dieser Stelle dennoch gemacht werden. Wer auf die richtigen Qualitätsaktien gemäß einer Wachstums- und Dividendenstrategie oder auf breite Märkte mittels passiver ETF-Strategien setzt, wird über viele Jahre damit erfolgreich sein und insbesondere prognosefrei sein Geld langfristig vermehren. Da spielt es am Ende keine Rolle, wo der DAX am 31.12.2016 steht.

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