Ist ein thesaurierender oder ein ausschüttender ETF zu bevorzugen?

ETFs (Exchange Traded Funds) haben sich in den letzten Jahren zu einer bedeutsamen Anlageform entwickelt. So greifen zahlreiche private und institutionelle Anleger auf passive Anlagestrategien mittels ETFs zurück. Die Vor- und Nachteile von ETFs lesen Sie hier. Bei der großen Auswahl an ETFs stellt sich für einen Anleger darüber hinaus die Frage, ob der Fonds seine Erträge ausschütten oder thesaurieren soll. Für beide Fondsarten gibt es berechtigte Gründe, die ein Anleger individuell abwägen muss.

Bei ausschüttenden Fonds werden die dem Fonds zugeflossenen Erträge an die Anleger ausgeschüttet. Dabei handelt es sich um die ordentlichen Erträge (z.B. Dividenden und Zinsen), aber auch um außerordentliche Erträge wie die Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren. Im Gegensatz dazu legen thesaurierende Fonds die erwirtschafteten Erträge wieder an, so dass diese im Fondsvermögen weiter arbeiten können. Welche Fondsart soll ein Anleger nun aber wählen?

Ein thesaurierender Fonds kommt vor allem für denjenigen Anleger in Frage, der sein Geld langfristig anlegen möchte und nicht auf laufende Erträge angewiesen ist. Aufgrund der automatischen Wiederanlage der Erträge profitiert ein Anleger vom Zinseszinseffekt. der seine Wirkung erst nach vielen Jahren entfaltet und das Vermögen exponentiell wachsen lässt. Für junge Anleger sind thesaurierende Fonds besonders geeignet, da sie für den Vermögensaufbau bzw. die Altersvorsorge noch viele Jahre vor sich haben.

Wer als Anleger dagegen ein passives Einkommen durch regelmäßige Zahlungen aus seiner Geldanlage erhalten möchte, ist mit einem ausschüttenden Fonds möglicherweise besser beraten und kann von einer kontinuierlichen Gutschrift auf seinem Konto profitieren. Da die ausgeschütteten Erträge jedoch nicht mehr angelegt werden, verzichtet der Anleger größtenteils auf den langfristig attraktiven Zinseszinseffekt.

Was die Besteuerung betrifft, fallen die Erträge in der Regel sowohl für thesaurierende als auch ausschüttende Fonds unter die Abgeltungssteuer für private Anleger. Einzig ergeben sich Unterschiede hinsichtlich des Zeitpunkts der Besteuerung. Bei ausschüttenden Fonds erzielt der Anleger sein steuerpflichtiges Einkommen am jeweiligen Auszahlungstag. Ein thesaurierender Fonds verbucht die Erträge erst am Ende des Geschäftsjahres als steuerlich zugeflossen.

Unabhängig vom Besteuerungszeitpunkt sollte ein Anleger seine Entscheidung für einen ausschüttenden oder thesaurierenden Fonds vor allem von seinem Anlageziel und -horizont abhängig machen. Der Wunsch nach passivem Einkommen spricht für ausschüttende Fonds, während für Anleger mit dem Ziel des langfristigen Vermögensaufbaus thesaurierende Fonds interessanter sein mögen.

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