Inwieweit profitiert der Anleger in einen ETF-Sparplan gerade in dieser Marktphase?

Seit August 2015 befinden sich die weltweiten Aktienmärkte auf einer größeren Berg- und Talfahrt. Nach einigen Jahren stetiger Kursanstiege ohne nennenswerte Einbrüche müssen Anleger eben auch erkennen, dass die Börse keine Einbahnstraße ist und zum Teil heftigen Schwankungen unterworfen sein kann. Grund zur Panik sollte es dennoch nicht geben, wenn man die richtige Anlagestrategie und vor allem einen langen Atem mitbringt. Auf lange Sicht haben sich zumindest die etablierten Aktienmärkte in den USA und Europa immer erholt und werden dies wohl auch in Zukunft wieder tun.

Natürlich „schmerzt“ es ein wenig, wenn Vermögen und Buchgewinne dahin schmelzen, allerdings haben Anleger in den Jahren zuvor auch überdurchschnittlich verdienen und ihr Vermögen aufbauen können wie es bei wohl nur wenigen anderen Geldanlagen möglich gewesen wäre. Aber selbst in der aktuellen von Schwäche gekennzeichneten Marktphase kann ein Anleger insoweit profitieren, dass er die günstigeren Kurse zum Einstieg nutzen oder aber nachkaufen kann.

Besonders deutlich lässt sich dieser Zusammenhang an einem ETF-Sparplan aufzeigen. Durch regelmäßiges (z.B. monatliches) Sparen eines gleichen Betrags lässt sich langsam aber stetig ein Vermögen aufbauen. Ob die Aktienmärkte zwischenzeitlich auch einmal größere Schwächen zeigen, ist dabei fast unerheblich. Ganz im Gegenteil profitiert ein Anleger gerade dann von niedrigeren Kursen, da er für seine regelmäßige Sparrate mehr Anteile erhält. Dadurch verbessern sich seine durchschnittlichen Einstiegskurse erheblich. Dieser Effekt wird auch als Cost-Average-Effekt bezeichnet. Schauen wir uns an, wie sich dieser Effekt seit dem Höchststand des DAX im April 2015 bei rund 12.400 Punkten am Beispiel eines ETF-Sparplans entwickelt hätte:

  • DAX-ETF mit der WKN: DBX1DA
  • Monatliche Sparrate: 200 Euro
  • Sparrate jeweils am 1. des Monats
  • Beginn 1. April 2015

Cost-Average-Effekt DAX-ETF DBX1DA

 

Während die rote Linie den gewichteten Einstiegskurs im ETF-Sparplan darstellt, präsentiert die grüne Linie den tatsächlichen monatlichen Verlauf des DAX-ETFs seit April 2015. Die erste Sparrate im April wurde zu einem Kurs von 118,5 Euro bei einem DAX-Stand nahe des Allzeithochs gekauft. Ende Februar 2016 steht der Kurs nur noch bei rund 94 Euro, was einem DAX-Stand von ca. 9.400 Punkten entspricht. Während der Anleger im April 2015 nur etwa 1,7 Anteile für seine 200 Euro erhalten hat, bekommt er im Februar 2016 bereits mehr als 2 Anteile für den gleichen Betrag.

Der stetige monatliche Erwerb von mehr Anteilen aufgrund der gefallenen Kurse führt zu einer Verbesserung des durchschnittlichen Einstiegskurses. Dieser fällt kontinuierlich im Zeitraum April 2015 bis Ende Februar 2016 von 118,5 Euro auf rund 105 Euro. Unter der Annahme, dass der DAX bis Juli 2016 auf dem aktuellen Niveau von 9.400 Punkten (20.02.2016) verharren wird, würde der durchschnittliche Einstiegskurs bis auf ca. 102 Euro weiter fallen. Wenn die Märkte irgendwann wieder nach oben drehen werden, ist ein Anleger relativ schnell im Plusbereich. Der oben berechnete Durchschnittskurs von 102 Euro des DAX-ETFs entspricht in etwa einem DAX-Stand von rund 10.000 Punkten. Würde der DAX sein Allzeithoch bei 12.400 Punkten wieder sehen, errechnet sich ausgehend von diesem Durchschnittskurs bereits eine Rendite von fast 25%.

Auch wenn die Aktienmärkte schon länger zu größerer Schwäche neigen, kann ein langfristig orientierter Anleger in diesen Phasen von günstigeren Kursen profitieren. Das aufgezeigte Beispiel zeigt, dass gerade regelmäßiges Sparen (z.B. durch einen ETF-Sparplan) zu einer kontinuierlichen Verbesserung des durchschnittlichen Einstigeskurses führt. Mit ein wenig Geduld, die an der Börse immer erforderlich ist, befindet sich der Anleger nach einiger Zeit mit hoher Wahrscheinlichkeit im grünen Bereich und kann sich über eine ansehnliche Rendite freuen.

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