ETF-Fonds: Wo viel Licht ist, gibt es auch immer ein wenig Schatten

Passive Indexfonds (ETFs) versuchen, einen Referenzindex (z.B. DAX, Dow Jones oder EURO STOXX 50) nachzubilden, um dadurch genau die Rendite des zugrunde liegenden Index zu erzielen. ETFs gibt es in Deutschland seit Anfang des neuen Jahrhunderts. Während das Wachstum anfangs noch sehr langsam verlief, entwickelten sich passive Investmentformen in den letzten Jahren dynamisch und feiern einen rasanten Siegeszug. Das weltweit verwaltete ETF-Volumen wird auf knapp 3 Billionen US-Dollar geschätzt, der Hauptanteil in Aktien-ETFs.

Einige zentrale Vorteile von ETFs werden im Folgenden kurz aufgeführt:

  • Transparenz: Der Anleger weiß aufgrund der Indexentwicklung ganz genau wie sich sein Investment entwickelt. Steigt der Index um ein Prozent, so wächst auch der ETF um genau dieses Prozent. Die Performance ist damit leicht nachvollziehbar.
  • Geringe Kosten: ETFs gibt es in der Regel ohne Ausgabeaufschlag und vergleichsweise geringen jährlichen Gebühren. Die Renditevorteile, die sich hierdurch langfristig ergeben können, lesen Sie hier.
  • Breite Streuung: Durch die Abbildung eines Index ist eine hohe Diversifikation gewährleistet, die für den langfristigen Anlageerfolg wesentlich ist.

Trotz der unstrittigen Vorteile von passiven Fonds gibt es einige Dinge, die ein Anleger beim Kauf von ETFs bedenken sollte:

  • Keine Outperformance möglich: Da ein ETF genau die Wertentwicklung eines Index nachbildet, kann er einen Vergleichsindex nicht schlagen. Auch wenn die Outperformance eines Marktes in der Praxis nicht einfach ist, muss ein Anleger eine aktive Anlagestrategie wählen oder auf einen aktiv gemanagten Fonds ausweichen, um mehr Rendite zu erwirtschaften.
  • Volle Verlustpartizipation in Korrekturen: Wenn der Markt richtig nach unten geht, ist ein Anleger mit einem ETF voll investiert und macht Verlustphasen entsprechend vollständig mit. Aktiv gemanagte Fonds können unter Umständen eine höhere Cashquote in solchen Phasen aufbauen oder Absicherungen gegen fallende Kurse eingehen.

Passive Anlagestrategien werden auch in Zukunft an Beliebtheit zunehmen und Wachstum aufweisen. Es gibt viele Gründe für einen Anleger, einen ETF als Anlage zu wählen. Dennoch sollten auch aktive Anlagestrategien in einem breit gestreuten Portfolio Berücksichtigung finden. Eine Kombination aus beiden kann den langfristigen Anlageerfolg optimieren.