Die Kraft der Dividendensteigerung: Diese drei DAX-Konzerne haben sie

Im April und Mai schütten die deutschen Konzern wie jedes Jahr hohe Summen an ihre Anteilseigner aus. In Zeiten der Niedrigzinsphase, in der Anleger auf Tagesgeldkonten und Sparbüchern eine Verzinsung nahe der Nulllinie erhalten, wird eines umso mehr deutlich: Dividenden können dieses Zinsdilemma in hohem Maße ausgleichen. Allerdings sollte ein Anleger nicht „blind“ jede Dividendenaktie in sein Depot legen. Nicht die absolute Höhe der Ausschüttung ist entscheidend, sondern vielmehr die Kontinuität der Zahlungen und die nachhaltige Dividendensteigerung.

Insbesondere aus der Dividendensteigerung ergeben sich über viele Jahre Effekte, die zum Zeitpunkt des Kaufes unspektakulär wirken und zunächst kaum auffallen. Denn was bedeutet schon eine Dividendenrendite (= Dividende / Aktienkurs) im niedrigen einstelligen Prozentbereich? Auf kurzfristige Sicht in der Tat nicht viel. Langfristig betrachtet ergibt sich jedoch ein ganz anderes Bild, wenn ein Unternehmen seine Dividende regelmäßig steigert. Schauen wir uns daher in diesem Beitrag anhand von drei DAX-Konzernen an, was die „Kraft der Dividendensteigerung“ über zehn Jahre bewirken kann.

Was steckt hinter der „Kraft der Dividendensteigerung“?Watch movie online Rings (2017)

Steigert ein Unternehmen seine Dividende nachhaltig, dann spiegelt sich dies über viele Jahre in der persönlichen Dividendenrendite des Anlegers wider. Darunter versteht sich die aktuelle Dividende, die im Verhältnis zur ehemaligen Kaufsumme eines Anlegers gezahlt wird. Wenn die Dividende regelmäßig angehoben wird, dann verbessert sich dieses Verhältnis langsam, aber stetig. Das passive Einkommen des Aktionärs erhöht sich dadurch permanent.

Legt eine Dividende von 1 € pro Aktie über zehn Jahre um durchschnittlich 10% p.a. zu, so beträgt die Dividende nach diesem Zeitraum bereits rund 2,6 € pro Aktie. Unter der Annahme, dass die anfängliche Dividendenrendite 2% (= 1 € / 50 €) beträgt, so wächst diese für einen Anleger nach zehn Jahren auf 5,2% (= 2,6 € / 50 €) bezogen auf seinen ehemaligen Kaufkurs. Dieser Effekt bleibt in der Öffentlichkeit häufig unbemerkt, da niemand die persönliche Dividendenrendite eines Anlegers verfolgt. Da der Aktienkurs guter Aktien über die Jahre steigt, bleibt nämlich die jeweils aktuelle Dividendenrendite, die in Zeitungen ausgewiesen wird, meist ähnlich hoch.

BASF: Dividendensteigerung von 13% p.a.  

Der weltgrößte Chemiekonzern wirtschaftet dank seiner großen Verbundstandorte weit effizienter als der Wettbewerb. Das Management sortiert konsequent schwächere oder kleinere Randbereiche aus. Statt auf klassische Chemievorsorgeprodukte und Massengüter zu setzen, legt der Konzern einen zunehmenden Fokus auf Spezialchemie, fertige Produkte und Verbundstoffe Fokus und dürfte damit auf lange Sicht auf Erfolgskurs bleiben.

Die Dividende legte in den letzten zehn Jahren um durchschnittlich 13% p.a. von 1,0 € auf 2,9 € zu. Im Jahr 2005 betrug die Dividendenrendite rund 3%. Ein Anleger, der die Aktie zehn Jahre später immer noch besitzt, erzielt mittlerweile eine persönliche Dividendenrendite von jährlich rund 9%. Nebenbei sei angemerkt, dass sich die Aktie im Zeitraum mehr als verdoppelte.

BASF 10 Jahre

Fresenius: Dividendensteigerung von 13% p.a.

Der weltweit tätige Gesundheitskonzern ist hinsichtlich seiner Produkte und Dienstleistungen sehr breit aufgestellt und gewährleistet dadurch eine hohe Risikostreuung. Das Portfolio umfasst die Dialyse, Kliniken und ambulante medizinische Versorgung von Patienten. Zum Konzern gehören die vier eigenständig wirtschaftenden Unternehmensbereiche Fresenius Medical Care, Kabi, Helios und Vamed.

In den letzten zehn Jahren steigerte das Unternehmen seine Dividende um durchschnittlich 13% p.a. von 0,16 € auf 0,55 €. Die Dividendenrendite von Fresenius ist mit 1,5% vergleichsweise gering. Ein Anleger, der die Aktie im Jahr 2005 kaufte, erreicht mittlerweile jedoch bereits eine persönliche Dividendenrendite von ca. 5,5%. Der Aktienkurs vervierfachte sich im gleichen Zeitraum und konnte damit den Vergleichsindex DAX deutlich hinter sich lassen.

Fresenius AG 10 Jahre

Henkel: Dividendensteigerung von 11% p.a.

Der weltbekannte Konsumgüterhersteller vertreibt Marken wie z. B. Persil, Schwarzkopf oder Pritt und hat mit vielen seiner Produkte eine marktführende Position in den reifen Märkten Europas und Nordamerikas erreicht. Durch die geplante Expansion und gezielten Zukäufe in den Schwellenländern soll sich die abnehmende Dynamik in Europa und Nordamerika mehr als ausgleichen.

Die Dividende für die Vorzugsaktie konnte in den letzten zehn Jahren von etwa 0,5 € auf 1,4 € um durchschnittlich 11% p.a. gesteigert werden. Bei einer Dividendenrendite von 1,5% im Jahr 2015 beträgt die persönliche Dividendenrendite für einen Anleger, der über die gesamte Zeit in Henkel investiert ist, inzwischen etwa 5%. Die Aktie verdreifachte sich in den letzten zehn Jahren.

Henkel 10 Jahre

Fazit

Langfristig entfaltet die Dividendensteigerung eine Wirkung, die alle Erwartungen übertreffen kann. Unternehmen, die seit Jahrzehnten ihre Dividende steigern und jedes Jahr ein wenig mehr zahlen, liefern ihren Aktionären nach vielen Jahren Dividenden, die einen großen Teil der einstigen Kaufsumme ausmachen. Dieser Beitrag stellte drei Beispiele für Anhänger dieser Dividendenstrategie vor. Alle sind im wikifolio „Wachstum und Dividenden“ enthalten, das an der Börse investierbar ist.

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