Chinas Notenbank bringt die Börsen ins Taumeln – was steckt dahinter?

Die vergangene Woche war an den Börsen insbesondere durch ein Thema geprägt: Die Abwertung des Renminbi durch die chinesische Notenbank. So verlor die chinesische Währung durch den staatlichen Eingriff am letzten Dienstag 2% gegenüber dem Euro und US-Dollar. Die Börsen reagierten darauf bereits nervös, allerdings versicherte die Notenbank, dass es sich nur um einen einmaligen Eingriff handelte. Als sich dieser am vergangenen Mittwoch mit einer weiteren 1,5% Abwertung wiederholte, kannten die Märkte kein Halten mehr. DAX und Dow Jones brachen an diesen zwei Tagen um rund 5% ein. Wieso kam es zu diesen Turbulenzen und muss sich der Langfristanleger nun ernsthafte Sorgen machen?

Die ersten Experten werfen der chinesischen Notenbank bereits vor, einen Währungskrieg führen zu wollen. So sei es das Ziel, durch eine gezielte Abwertung der heimischen Währung die chinesische Exportwirtschaft anzukurbeln – zu Lasten der westlichen Länder, da deren Waren in China nun teurer werden. Hierzu muss man aber wissen, dass die chinesische Notenbank lange Zeit gerade durch Interventionen eine Abwertung des Renminbi zu verhindern versucht hatte, um die Inlandsnachfrage zu stärken. So wurde täglich ein Referenzkurs für den Wechselkurs unabhängig von den Marktbewegungen festgelegt. Dadurch wurde der Renminbi künstlich stark gehalten, obwohl er bereits länger unter Abwertungsdruck stand.

Da sich die chinesische Wirtschaft allerdings in den letzten Monaten leicht abgekühlt hat, soll die Wirtschaft durch eine schwächere Heimatwährung angekurbelt werden. Es sei jedoch angemerkt, dass die Wirtschaft anstatt mit geplanten 8% „nur“ noch mit 6-7% wachsen soll. Für viele europäische Länder wäre dies ein wirkliches Luxusproblem. Die chinesische Notenbank erreicht die Abwertung im Moment alleine schon dadurch, dass sie den Renminbi natürlichen Marktbewegungen überlässt und keine Fixierung des Wechselkurses wie zuvor vornimmt. Die Bildung von Wechselkursen auf Basis natürlicher Marktkräfte hat der Westen eigentlich schon länger gefordert und begrüßt. So ist die aktuelle Währungsreform eher ein Schritt in Richtung der Internationalisierung Chinas. Daher ist der Aufschrei nun nicht ganz nachvollziehbar. Die Frage ist eben, ob in China die Entscheidungen des Marktes auch dann noch Berücksichtigung finden werden, wenn die Währung auf einmal nicht mehr die gewünschte Richtung gehen sollte. Zu kritisieren ist möglicherweise auch die Art und Weise der Kommunikation, mit der die Notenbank die Maßnahmen umgesetzt hat.Watch movie online John Wick: Chapter 2 (2017)

Euro-Renminbi

Von einem wirklichen Währungskrieg zu sprechen, ist in dieser Situation nicht angebracht. Schaut man sich den Chart des Euro gegenüber dem Renminbi an, so ist übergeordnet zu erkennen, dass der Euro in den letzten drei Jahren erheblich an Wert gegenüber der chinesischen Währung verloren hat und dadurch gerade die europäische Exportwirtschaft profitieren konnte. Die Abwertung der vergangenen Woche ist als kleine Gegenbewegung im Chart zu erkennen –  mehr nicht. Natürlich kann die Abwertung des Renminbi noch ein wenig weitergehen, dennoch sind Wechselkursschwankungen eine ganz natürliche Sache. Sollten die Maßnahmen der chinesischen Notenbank zudem tatsächlich die chinesische Wirtschaft ankurbeln, würden davon auch deutsche oder amerikanische Exportfirmen profitieren. Zwar verloren gerade die Automobilhersteller in den letzten Tagen sehr deutlich, da China einen großen Absatzmarkt darstellt. Eine größere Inlandsnachfrage würde aber auch diesen Firmen mittelfristig zugute kommen. Darüber hinaus ist der schwächere Renminbi für diejenigen Firmen weniger ein Problem, die auch die Kosten in China haben und dadurch den negativen Umsatzeffekt teilweise kompensieren können. Alles in allem sollte der Langfristanleger diesen Währungsturbulenzen weniger Bedeutung zukommen lassen als die Medien im Moment vermuten lassen.

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