Buchwert je Aktie

Der Buchwert lässt sich in etwa mit dem Eigenkapital eines Unternehmens gleichsetzen. Teilt man nun das Eigenkapital bzw. den Buchwert durch die Anzahl der ausgegebenen Aktien, so erhält man den Buchwert je Aktie. Die Kennzahl dient der Bewertung einer Aktie und stellt vor allem auf die Substanz eines Unternehmens ab. Grob gesprochen handelt es sich bei der Substanz um den Wert aller Vermögensgegenstände abzüglich der Schulden. Somit stellt der Buchwert eine Art Mindestwert eines Unternehmens dar, da in diesem Wert keine zusätzlichen Werte wie stille Reserven, zukünftige Gewinne oder nicht aktivierte Aktiva (z.B. Markennamen) enthalten sind.

Aktiengesellschaften werden häufig über Buchwert gehandelt. In diesem Fall liegt der Aktienkurs über dem Buchwert je Aktie. Allerdings kann der Buchwert je Aktie nicht grundlegend als Untergrenze für den Aktienkurs herangezogen werden. Gerade Unternehmen in der Krise werden nicht selten unter Buchwert gehandelt, da es bei diesen Unternehmen Probleme bei der Bewertung der Aktiva geben kann. So können viele Vermögensstände nichts mehr wert sein, obwohl sie in der Bilanz ausgewiesen werden. Beispielsweise notierten zahlreiche Bankenaktien nach der Finanzkrise jahrelang unter dem Buchwert je Aktie, da viele bilanzierten Vermögenswerte (z.B. Anleihen) am Markt tatsächlich keinen Wert mehr hatten.

Der Buchwert je Aktie ist somit keine Garantie für die Untergrenze einer Aktie, kann aber häufig bei starken Kursrückgängen ein Indikator für den Mindestwert eines Unternehmens sein. Allerdings ist das Verhältnis von Aktienkurs und Buchwert je Aktie, auch als Kurs-Buchwert-Verhältnis bezeichnet, sehr branchenabhängig und kann als Vergleichsgröße innerhalb einer Branche fungieren. Traditionell werden Unternehmen z.B. in der Versicherungs- oder Versorgerbranche mit einem geringeren Vielfachen des Buchwerts gehandelt als Unternehmen z.B. in der Internet- oder Softwarebranche.