Brexit: Die perfekte Spielwiese für Spekulanten sollten Langfristanleger nicht betreten

Am heutigen 23.06.2016 ist es endlich soweit: Die Briten entscheiden über den Brexit, also den Austritt ihres Landes aus der EU. Was wurde in Bezug auf dieses Thema nicht alles in den letzten Tagen und Wochen in den Medien darüber geschrieben. Es wird Zeit, dass das Thema nun langsam von der Bildfläche verschwindet, denn es beginnt, die Leute zu langweilen. Es wird nicht lange dauern, dass das Scheinwerferlicht auf ein anderes Thema schwenken wird (lesen Sie hierzu auch diesen Beitrag).

Der Brexit als Fest für Spekulanten

Wie die Wahl ausgeht, wissen wir erst morgen. Was wir aber wissen, ist die Tatsache, dass solche Ereignisse immer wieder zu großen Schwankungen an den Börsen führen. Der Spekulant findet in dieser Phase die besten Voraussetzungen, um durch die großen Kursbewegungen kurzfristig viel Geld zu gewinnen (und auch zu verlieren). Wie emotional zum Beispiel der DAX auf den drohenden Brexit in den letzten 10 Tagen reagiert hat, zeigt folgender Chart.

DAX und Brexit

DAX ist die beste Achterbahnfahrt

Beim Blick auf den Chart kann es einem Anleger durchaus mulmig werden. In kurzer Zeit vollzog der DAX eine Achterbahnfahrt par excellence (lesen Sie einen ähnlichen Artikel hier). Erst 700 Punkte herunter, dann 700 Punkte herauf. Zunächst dominierten einige Tage die negative Stimmung und die Zweifel am Verbleib Großbritanniens in der EU. Danach schwenkte die Stimmung und Zuversicht kehrte wieder ein.

Wer am Schluss recht behält, wird sich am morgigen Freitag zeigen. Eines ist wohl sicher: In Abhängigkeit der Entscheidung wird es kurzfristig zu größeren Kursschwankungen kommen. Ein Austritt aus der EU könnte die Börsen kurzfristig erneut belasten. Darauf zu spekulieren, gleicht aus heutiger Sicht jedoch dem Setzen auf rot oder schwarz beim Roulette-Spiel. Leider sind viele Anleger zu häufig in der Versuchung, genau auf solche Ausgänge zu spekulieren.

Börse ist nicht vorhersagbar

Die Brexit-Debatte zeigt einmal mehr wie unberechenbar die Börse kurzfristig ist. Die Prophezeiung von Kursen entbehrt jeglicher Grundlage und gleicht dem Blick in die Glaskugel. Ein langfristig orientierter Anleger sollte sich demnach auch diesen kurzfristigen Spekulationen nicht anschließen. Käufe oder Verkäufe sollten nicht aufgrund eines möglichen Brexits erfolgen. Schon gar nicht der panikartige Verkauf, wenn der DAX um einige Prozent in kurzer Zeit fällt. Die schnelle Erholung zeigt, dass emotionale Entscheidungen wie in so vielen anderen Fällen ein Fehler sind.

Die Entscheidung wird gewisse wirtschaftliche und politische Konsequenzen für Großbritannien, Deutschland und Europa haben. Ein Brexit wäre aber die erste Krise in der Menschheitsgeschichte, die nicht vorübergeht. Auch wenn das ein oder andere deutsche Unternehmen kurzfristig aufgrund der engen Verknüpfung zu Großbritannien Nachteile haben könnte, wird es Lösungen und Abkommen geben, die für alle Beteiligte positiv sind.

Anleger setzen nicht auf Länder, sondern auf Unternehmen

Unternehmen sind zwar von den politischen Rahmenbedingungen und Entscheidungen in einem Land abhängig. Viele sind jedoch so global ausgerichtet, dass Probleme ausgeglichen werden können. Gerade in Krisen handeln gute Unternehmen konsequent und packen tief gehende Entscheidungen erst so richtig an. Viele kommen daher schlanker und produktiver aus einer Krise. Maßnahmen, von denen manche Politiker nur träumen können.

Von daher ist es für einen Anleger unerlässlich, auf die Qualität seiner Anlagen zu achten. Um nicht von einem Land zu abhängig zu sein, bietet sich ein global breit gestreutes Portfolio an Aktien und Anleihen an. Mit dem MSCI-World Index kann ein Anleger in nur einem ETF rund 1.600 Unternehmen aus 23 Ländern kaufen. Alternativ kann er sich direkt an ausgezeichneten weltweit agierenden Dividenden- und Wachstumsunternehmen, die über viele Jahre in der Lage sind, Umsätze und Gewinne zu steigern, beteiligen. Inspirationen hierzu gibt das wikifolio „Wachstum und Dividenden“, das an der Börse investierbar ist.

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