Betreiber von Achterbahnen fürchten zwei neue Wettbewerber: DAX und Euro

Fahren Sie gerne Achterbahn und haben daher mal wieder den Besuch eines Freizeitparks geplant? Möglicherweise können Sie sich den Eintritt sparen, denn es gibt sehr gute Alternativen, die den Betreibern von Achterbahnen bereits die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Wenn Sie das schnelle Auf und Ab der Achterbahn erleben möchten, dann müssen Sie sich nur den Verlauf von DAX und Euro nach der letzten EZB-Sitzung vom 10. März 2016 anschauen. Dieser Beitrag erklärt, was passiert ist und was das alles für den langfristig orientierten Anleger bedeutet.

EZB_DAX und Euro spielen verrückt

Die EZB-Entscheidung führte sowohl beim DAX als auch Euro zu heftigen Schwankungen. Bemerkenswert waren vor allem die Tagesschwankungen, die sich innerhalb weniger Minuten ergaben. Die erste Reaktion der Märkte war durch große Euphorie geprägt, nachdem EZB-Chef Mario Draghi ankündigte, den Leitzins auf null Prozent zu senken, die monatlichen Anleihenkäufe auf 80 Milliarden Euro aufzustocken und den Einlagensatz auf minus 0,4 Prozent zu verschärfen. Innerhalb kürzester Zeit stieg der DAX um über 2 Prozent auf fast 10.000 Punkte und der Euro fiel auf nahezu 1,08 Dollar. Niedrige Zinsen sind im Allgemeinen positiv für Aktienmärkte und schwächen eine Währung wie den Euro, da die Zinsdifferenz zu den USA größer wird.

Wie unberechenbar Finanzmärkte kurzfristig sind, zeigte sich jedoch bereits während der EZB-Rede. In kurzer Zeit kippte die Stimmung, nachdem Mario Draghi erst einmal keine weiteren Zinssenkungen in Aussicht stellte. Aus Euphorie wurde Enttäuschung und der DAX fiel noch bis Handelsende auf etwa 9.500 Punkte. Dies stellt einen Rücksetzer von rund fünf Prozent ausgehend vom Tageshoch dar. Der Euro schoss innerhab weniger Minuten um über drei Prozent auf 1,12 Dollar nach oben. Nicht nur beim Börsenlaien, sondern auch bei so manchem Experten muss die Verwunderung ob dieser Schwankungen sehr groß gewesen sein.

Börse ist kurzfristig vor allem eins: Psychologie. Dass vieles häufig heißer gekocht wird, als es tatsächlich ist, zeigte sich bereits am Tag nach der EZB-Entscheidung. Der DAX notierte wieder bei fast 9.900 Punkten. Auch der Euro verlor bereits an Stärke. Ein rationaler Anleger muss sich eben auch die Frage stellen, ob sich der Wert erstklassiger Unternehmen durch die EZB-Entscheidung verändert hat. Verkauft McDonald´s nun einen Burger weniger? Kaufen die Menschen nun weniger Persil der Firma Henkel?

Gerade langfristig orientierte Anleger müssen solche Tage ausblenden, um nicht in die Gefahr panikartiger Verkäufe zu geraten. Auch wenn die Verunsicherung bei solchen Schwankungen groß ist, gibt es weiterhin viele Gründe, langfristig an den besten Unternehmen beteiligt zu bleiben. Die Aktienmärkte sind historisch gesehen nicht teuer. So weist der DAX ein KGV von 12 auf, was unter dem Durchschnitt von etwa 16 liegt. In den nächsten Wochen schütten die DAX-Unternehmen hohe Dividenden mit einer Rendite von durchschnittlich über drei Prozent aus. Und die Zinsen verharren weiterhin auf einem historischen Tief. Die Schwankungen werden wohl weiter hoch bleiben, aber denken Sie an das Positive: Sie sparen sich den Fahrpreis für die Achterbahn.

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