ETF-Strategie als Einmalanlage

Möchte ein Anleger einen Einmalbetrag anlegen, kann er alternativ zum Einzelkauf von Wertpapieren auch einen oder mehrere ETFs erwerben und sich dadurch sehr einfach an der Wertentwicklung verschiedener Indizes oder Märkte beteiligen. Durch den Kauf von ETFs liegt eine sehr transparente Anlageform vor, da der Anleger jederzeit weiß, worin er investiert ist und welche Wertentwicklung seine Anlage erfährt. Kauft er beispielsweise für 10.000 € einen ETF auf den DAX bei einem Indexstand von 10.000 Punkten und der Index steigt um 1.000 Punkte (also um zehn Prozent), so erhöht sich der Wert seiner Anlage ebenfalls um zehn Prozent auf 11.000 €.

Wie präzise ein ETF seinen Vergleichsindex abbildet, beweist die folgende Abbildung. Sie stellt die Entwicklung des DAX (schwarze Linie) über fünf Jahre und daneben einen DAX-ETF (grüne Linie) über den gleichen Zeitraum dar. Beim Blick auf den Chart kann man leicht die grüne Linie übersehen. Dies liegt nicht an einer Sehschwäche, sondern ganz einfach daran, dass die grüne Linie von der schwarzen Linie überlagert wird. Dies verdeutlicht, wie parallel der Index (hier DAX) und der ihn abbildende ETF verlaufen.

Dax versus ETF1

Bereits mit dem Kauf eines ETFs erzielt der Anleger eine hohe Diversifikation, die für die Kapitalanlage als grundlegend gilt. Erwirbt er einen DAX-ETF, kauft er mit nur einer Transaktion indirekt 30 Aktien. Allerdings sollte sich der Anlagebetrag nicht nur auf einen ETF beschränken. Bei einem längeren Anlagehorizont ist empfehlenswert, die Anlagen auf mehrere Aktien-ETFs verschiedener Weltregionen zu verteilen. Hier bieten sich beispielsweise ETFs an, die Indizes in Nordamerika (z.B. S&P 500), in Europa (z.B. Euro Stoxx 50), in Asien (z.B. Nikkei 225) oder ausgewählte Schwellenländer abbilden. Unabhängig vom Anlagehorizont und der Risikobereitschaft sollte auch immer ein gewisser Anteil in Anleihe- und Rohstoff-ETFs fließen, um ein für den einzelnen Anlegertyp optimales Verhältnis von Rendite und Risiko zu erzielen.

Im Gegensatz zum Kauf von aktiv verwalteten Fonds verzichtet der Anleger beim Erwerb eines ETFs bewusst auf die gezielte Auswahl von Einzelwerten („stock picking“). Unter Renditegesichtspunkten muss dies nicht unbedingt ein Nachteil sein, da es den meisten aktiven Fondsmanager über viele Jahre nicht gelingt, einen Vergleichsindex zu schlagen. Als Vorteil erweisen sich daneben die mit einem ETF einhergehenden geringeren Gebühren (einmaliger Ausgabeaufschlag und jährliche Verwaltungskosten), die sich langfristig auf die Wertentwicklung der Anlage positiv auswirken.

Ein Beispiel soll einen möglichen Kostenvorteil aufzeigen. Um den Kosteneffekt isoliert zu betrachten, wird die Bruttorendite (vor Kosten) eines aktiv und passiv verwalteten Aktienfonds über einen Anlagezeitraum von 30 Jahren mit acht Prozent p.a. als identisch angenommen. Bei einem einmaligen Anlagebetrag von 10.000 € werden folgende Kosten hinsichtlich des aktiv und passiv verwalteten Fonds angenommen:

– Aktiver Fonds: Ausgabeaufschlag 5%; Verwaltungskosten 1,5% p.a.; keine Steuerberücksichtigung
– Passiver Fonds: kein Ausgabeaufschlag; Verwaltungskosten 0,5% p.a.; keine Steuerberücksichtigung

Aktiver versus passiver Fonds

Die geringeren einmaligen und laufenden Kosten des passiven Fonds (ETF) gegenüber dem aktiven Fonds haben einen signifikanten Einfluss auf die Wertentwicklung der Anlage über 30 Jahre. Trotz gleicher Bruttorendite erzielt der ETF nach Kostenberücksichtigung etwa 25.000 € mehr als der aktiv verwaltete Fonds. Das Vermögen wächst beim ETF aufgrund der geringeren Kosten und des auf lange Sicht entscheidenden Zinseszinseffekts deutlich schneller an. Die Anlage in ETFs ist mittlerweile zu einer großen Konkurrenz gegenüber dem aktiven Fondsmanagement geworden, so dass immer mehr Geld passiv anstatt aktiv angelegt wird. Dies spiegelt sich ebenfalls in einer zunehmenden Anzahl an ETF-Sparplänen wider.