Aktive Anlagestrategien

Aktive Anlagestrategien versuchen, durch die gezielte Auswahl bestimmter Wertpapiere („stock picking“) und die Bestimmung optimaler Kauf- bzw. Verkaufszeitpunkte („timing“) eine Rendite zu erzielen, die höher als die eines Vergleichsindex ist („Überrendite“). Während dem Timing-Aspekt beim kurzfristigen Daytrading eine wichtige Bedeutung zukommt, spielt er bei langfristigen Anlagehorizonten unter Renditegesichtspunkten kaum eine Rolle. Dies liegt insbesondere daran, dass die Wirtschafts- und Börsenentwicklung systematisch nicht prognostizierbar ist.

Auch wenn zahlreiche Finanzmarkt-Experten tagtäglich Vorhersagen zum Börsengeschehen machen, gelingt es wohl niemandem dauerhaft, die richtigen Aussagen zu treffen. Die Tatsache, dass einer von vielen Experten einen Crash einmalig exakt vorhersagt, ist alleine bereits aufgrund des Gesetzes großer Zahlen wahrscheinlich. Dass jedoch genau dieser eine Experte den nächsten Crash wieder zeitlich zutreffend prognostiziert, ist sehr unwahrscheinlich. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass erfolgreiche Prognosen der Vergangenheit kein Indiz für erfolgreiche Prognosen in der Zukunft sind.

Da die kurzfristige Bewegung von Kursen durch zahlreiche wirtschaftliche, politische, technische und psychologische Faktoren beeinflusst wird, sollten sich langfristig orientierte Anleger mit dem optimalen Ein- oder Ausstiegszeitpunkt nur sehr untergeordnet beschäftigen. Aufgrund der langfristigen Ausrichtung der hier vorgestellten aktiven Anlagestrategien wird dem Timing-Aspekt daher kaum Beachtung geschenkt.

Vielmehr wird auf die richtige Auswahl der Wertpapiere („stock picking“) Wert gelegt. Da jedoch empirische Ergebnisse belegen, dass nur wenige aktive Strategien systematisch auf Dauer besser sind als der Markt, stellt sich durchaus die berechtigte Frage, warum die vorliegende Wachstumsstrategie und Dividendenstrategie den Anspruch erheben können, eine Alternative zu passiven Anlagestrategien darzustellen. Hierbei ist es wichtig, auf die Vorteile beider Strategien einzugehen, die passive Anlageformen in der Regel nicht bieten.