2 typische Anlegerfehler wie Diversifikation nicht funktioniert

Diversifikation ist eine der wichtigsten Grundregeln des langfristigen Anlegens. Dadurch lassen sich das Risiko und damit die Wertschwankungen eines Portfolios deutlich reduzieren. Das Sprichwort „Nicht alles auf ein Pferd setzen“ suggeriert bereits, dass es nicht ratsam ist, sein Geld in nur ein Unternehmen zu investieren. Zu groß wäre dann die Gefahr, dass genau dieses Unternehmen sich an der Börse schlecht entwickelt. Vielmehr sollte ein Anleger sein Geld in der Breite streuen, um sich nicht zu sehr von einzelnen Investitionen abhängig zu machen.

Obwohl Streuung in der Theorie einfach klingt, gelingt es vielen Anlegern nicht, den gewünschten Diversifikationseffekt zu erzielen. Der Grund liegt häufig darin, dass Anleger aus dem Bauch heraus verschiedene Aktien in ihr Portfolio aufnehmen, ohne zu beachten, wie sich die einzelnen Wertpapiere in ihrem Portfolio zueinander verhalten. Denn laufen die Kurse von Unternehmen sehr parallel zueinander, lassen sich Portfolioschwankungen kaum reduzieren. Der Zusammenhang zwischen den Wertpapieren wird auch als Korrelation bezeichnet. Die entsprechenden Korrelationskoeffizienten liegen zwischen 1 und -1. Werte nahe bei eins deuten auf einen starken Zusammenhang zwischen den Wertpapieren hin. Eine wirkliche Risikoreduzierung lässt sich in diesem Fall nicht herstellen. Zwei Beispiele sollen typische Diversifikationsfehler von Anlegern verdeutlichen:

Fehler 1: Fokus auf eine Region

Korrelation DAX und EURO STOXX 50

Anleger neigen dazu, vor allem Aktien aus einer Regionen zu kaufen. Man bezeichnet diesen Effekt als „home bias“ (siehe hierzu auch diesen Blog). Allerdings bewegen sich gerade die Kurse aus einer Region in eine sehr ähnliche Richtung. Das Schaubild verdeutlicht wie hoch die Korrelation zwischen dem DAX und dem EURO STOXX 50 ist. Sie liegt nahe bei eins. Vielmehr sollten auch andere Regionen auf dieser Welt wie z.B. Nordamerika oder Asien vom Anleger in das Portfolio aufgenommen werden.

Fehler 2: Fokus auf wenige Branchen

Korrelation Daimler und BMW

Weil ein Anleger möglicherweise einen persönlichen oder beruflichen Bezug zu einer bestimmten Branche hat, kauft er gerne aus genau diesem Sektor Werte ein. Auch in diesem Fall bewegen sich die Kurse einzelner Branchenvertreter sehr ähnlich in die gleiche Richtung. Für Zwecke der Diversifikation ist dies nicht hilfreich. Das Schaubild stellt diesen Zusammenhang am Beispiel BMW und Daimler dar und zeigt wie parallel sich die beiden Vertreter aus der Automobilbranche entwickeln. Ein Anleger sollte daher auf eine breite Branchenmischung achten und ebenfalls Unternehmen aus anderen Sektoren wie z.B. Konsumgüter, Nahrungsmittel, Pharma oder Medizintechnik heranziehen.

Wer sich als Anleger nicht selbst um die optimale Streuung kümmern möchte, sollte diese Aufgabe einem Fondsmanager überlassen, der spezifisch in verschiedene Regionen, Branchen und Anlageklassen investieren kann. ETFs helfen ebenfalls in der heutigen Zeit, sich regional und branchenbezogen sehr breit aufzustellen.